Die Berliner Schüler Unternehmen, ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), unterstützen in ganz Berlin durch vielfältige Angebote Schüler:innen und deren pädagogische Begleitungen bei der Gründung und Weiterentwicklung von Schüler:innenfirmen.
Die Idee
Schüler:innenfirmen sind keine realen Firmen, sondern pädagogische Schulprojekte, funktionieren aber in Organisation und Struktur wie „richtige“ Unternehmen:
Die Schüler:innen entwickeln Produktideen und Dienstleistungsangebote, sie prüfen und gewährleisten Wirtschaftlichkeit, Bedarf am Markt, Organisation, Struktur und Produktivität. Mitarbeiter:innen müssen gesucht und eingearbeitet, Kosten und Preise kalkuliert sowie Geschäftsprozesse verwaltet werden. Schüler:innenfirmen gibt es an allen Schultypen – die Berliner Schüler Unternehmen bieten Angebote für alle an.
Schüler:innenfirmen als Erweiterung des Schulangebots
Schüler:innenfirmen sind eine Bereicherung für die Schule. Die Kinder und Jugendlichen arbeiten gerne in Schüler:innenfirmen – auch außerhalb der Unterrichtszeit- und beteiligen sich oft klassen- und jahrgangsübergreifend an dem Projekt. Ganztagsschulen und Duales Lernen bieten neue Möglichkeiten, Schüler:innenfirmen in den Schulalltag zu integrieren.
Selbstbestimmtes Lernen in Schüler:innenfirmen
In Schüler:innenfirmen lernen die Schüler:innen selbst bestimmt und entdeckend. Lerninhalt und Form werden nicht im Vorhinein festgelegt, sondern von den Schüler:innen selbst erschlossen. Dadurch erleben sie das erworbene Wissen und die angeeigneten Kompetenzen als subjektiv bedeutsam.
Für das Gelingen ihrer Schüler:innenfirma tragen die Kinder und Jugendlichen gemeinsam die Verantwortung. Die klassen- und jahrgangsstufenübergreifende Zusammenarbeit entwickelt und stärkt ihre Fähigkeit zur Kooperation, Teamarbeit, Kommunikation und Konfliktbewältigung.
Schüler:innenfirmen lohnen sich für alle Beteiligten
Von der Arbeit in Schüler:innenfirmen profitieren nicht nur die Schüler:innen, die wichtige Erfahrungen machen und Kompetenzen erwerben. Das Angebot von Schüler:innenfirmen wirkt sich auf den gesamten Schulbetrieb aus: Das Image der Schule, das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schüler:innen und die Identifikation mit der Schule verbessern sich. Außerdem macht es einfach Spaß, gemeinsam etwas zu bewegen und die Ergebnisse der eigenen Arbeit zu sehen.
Nachhaltig ökologisch, sozial und ökonomisch wirtschaften
Nachhaltigkeit ist in der Bildungsdebatte ein relevanter Faktor geworden: Wie kann etwas auf Dauer wirksam, nutzbar und nützlich sein, ohne dass sich seine Ressourcen verbrauchen? Nachhaltige Bildung, wie sie die Vereinten Nationen in der aktuellen Dekade postulieren, soll an den Bedürfnissen aller Menschen ausgerichtet sein – einschließlich denen künftiger Generationen.
Die Dimensionen sozialer und ökologischer Verantwortung fließt so in das ökonomische Lernen ein: Inwiefern hat das eigene wirtschaftliche Handeln Auswirkungen auf das Leben kommender Generationen oder auf Menschen in anderen Weltregionen?
Eine nachhaltig wirtschaftende Schüler:innenfirma beachtet nicht nur ihren wirtschaftlichen Erfolg, sondern strebt gleichzeitig einen sozialen Nutzen für die Gesellschaft an oder hat die Schonung der Umwelt zum Ziel. Zudem achten die Schüler:innen darauf, dass sie sparsam mit Material und Energie umgehen und möglichst Recyclingprodukte verwenden. Die Jugendlichen gehen im Team respektvoll miteinander um und integrieren neue Mitarbeitende.
In der Realität einer Schüler:innenfirma kann dies bedeuten: die Schüler:innenfirma produziert ein ökologisch erzeugtes Lebensmittel wie Honig. Für Einkäufe nutzen die Jugendlichen das Fahrrad. Vom Gewinn der Schüler:innenfirma zahlen sich die Mitarbeitenden keinen Lohn, stattdessen investieren sie in neue Geräte; organisieren Aktivitäten für ihr Team, um den Teamgeist zu stärken oder spenden ihren Gewinn für einen gemeinnützigen Zweck.
Getragen wird ihr Engagement von dem gemeinsamen Gedanken: für alle, für immer genug.

